Verkehrsrechtsschutz: Wann sich die Versicherung fürs Auto wirklich lohnt

Verkehrsrechtsschutz: Wann sich die Versicherung fürs Auto wirklich lohnt

Du hast Krach mit deiner Autogarage, weil das Fahrzeug nicht so will, wie versprochen oder du musst nach einem Autounfall zu Unrecht blechen? Dann kann dir der Verkehrsrechtsschutz womöglich helfen. Die Versicherung übernimmt die Kosten für eine Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem Verkehr. Was genau gedeckt wird und für wen sich das lohnt, erfährst du hier.

Verkehrsrechtsschutzversicherung in der Schweiz

Zusammenfassung

  • Der Verkehrsrechtsschutz ist eine freiwillige Versicherung – ergänzend zu einer Autoversicherung.

  • Er ist ein Teilbereich des allgemeinen Rechtsschutzes, kann aber auch einzeln abgeschlossen werden.

  • Die Versicherung übernimmt alle Rechtskosten für Streitigkeiten rund um den Verkehr.

  • FinanceScout24 empfiehlt den Verkehrsrechtsschutz für alle, die nicht bereits in ihrer allgemeinen Rechtsschutzversicherung den Baustein ‘Verkehr’ abgedeckt haben.

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Was ist der Verkehrsrechtsschutz?

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung ist eine freiwillige Zusatzversicherung, die ergänzend zu einer Autoversicherung abgeschlossen werden kann und bei Streitigkeiten im Verkehr die Rechtskosten übernimmt. Er hilft dir dadurch, deine rechtlichen Interessen durchzusetzen oder dich gegen Ansprüche Dritter zu verteidigen. Konkret übernommen werden u. a. Kosten für Anwält:innen, Gerichte oder Gutachten.

Beispiel: Du wirst von einem anderen Auto gerammt und dein Fahrzeug dadurch stark beschädigt. Der andere Fahrende gibt dir eine Teilschuld wegen angeblich überhöhter Geschwindigkeit und dessen Versicherung zahlt in der Folge nur 50% deines Schadens. Du gehst dagegen juristisch vor. Ohne Verkehrsrechtsschutz müsstest du die Rechtskosten selbst tragen, mit Verkehrsrechtsschutz werden grundsätzlich alle Rechtskosten übernommen.

Schutz für alle Verkehrsteilnehmenden

Der Verkehrsrechtsschutz beschränkt sich nicht nur auf den Autoverkehr. Du kannst dich ganz allgemein als Verkehrsteilnehmer:in versichern lassen. Ob auf dem Motorrad oder Fahrrad, zu Fuss oder im ÖV: Für allfällige rechtliche Streitigkeiten bist du gewappnet.

Der Unterschied von Verkehrsrechtsschutz zu anderen Versicherungen

Der Verkehrsrechtsschutz greift ausschliesslich, wenn es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt. Bei materiellen Schäden kommt die Versicherung nicht zum Einsatz. Für Schäden an einem anderen Fahrzeug kommt die Haftpflichtversicherung auf, für Schäden am eigenen Auto die Kaskoversicherungen (Teilkasko oder Vollkasko).

Dies ist auch der entscheidende Unterschied zur Insassenversicherung, welche die Kosten für körperliche Schäden nach einem Unfall deckt. Der Verkehrsrechtsschutz würde auch hier nur allfällige juristische Kosten zahlen.

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Der Fokus auf die Rechtskosten grenzt den Verkehrsrechtsschutz von diversen anderen Zusatzversicherungen wie Pannendienst bzw. Assistance, Fremdlenker oder Parkschaden ab. In keiner dieser Versicherungen werden die juristischen Kosten übernommen.

Übrigens: Das Bonus-Malus-System und die Bonusstufe bzw. Schadenfreiheitsklasse haben in der Regel keinen Einfluss auf den Verkehrsrechtsschutz. 

Person schnallt sich im Auto an.

Verkehrsrechtsschutz vs. Rechtsschutz

Der Verkehrsrechtsschutz ist ein Teilbereich des allgemeinen Rechtsschutzes. Der allgemeine Schutz deckt neben dem Verkehr noch weitere Lebensbereiche wie Privates, Beruf oder Miete. 

Wenn du dich umfassend vor Rechtskosten absichern möchtest, so kann sich ein allgemeiner Rechtsschutz mit Komplettschutz lohnen. Möglich ist auch eine Kombination der einzelnen Leistungen – z. B. Verkehr und Privat. Dies ist normalerweise günstiger als 2 separate Versicherungen (Rechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz).

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Verkehrsrechtsschutz: Was ist versichert?

Der Versicherungsschutz ist sehr umfangreich. Anhand der folgenden beispielhaften Situationen siehst du, wann der Verkehrsrechtsschutz die Rechtskosten übernimmt – und wann nicht.

Versichert 

Nicht versichert

✅ Verkehrsunfälle: Einfordern von Schadensersatz

⛔️ Vorsätzlich begangene Verkehrsdelikte: Unfall unter Drogen- oder Alkoholeinfluss 

✅ Fahrzeugkauf und -verkauf: Rechtsberatung bei Streit mit Garage

⛔️ Parkbussen: Bussen an sich werden nie bezahlt

✅ Autoversicherung: Du wehrst dich rechtlich gegen eine ungerechtfertigte Prämienerhöhung

⛔️ Berufsmässiger Güter- oder Personentransport: ist oft ausgeschlossen oder separat versicherbar

✅ Verkehrsverstösse: Einsprache gegen eine ungerechtfertigte Busse

⛔️ Aussichtslose Fälle: Fälle ohne Erfolgsaussichten können abgelehnt werden

✅ Leasing: Bei Uneinigkeit mit Leasing-Unternehmen bezüglich Vertrag

⛔️ Zu niedriger Streitwert: Der Mindestbetrag wird meist vertraglich festgelegt

✅ Reiseverträge: Rechtsstreit mit einer Bahngesellschaft wegen einer von dir annullierten Zugreise

Der Verkehrsrechtsschutz deckt auch Fälle von Grobfahrlässigkeit ab – aber nur im rechtlichen Sinne, sprich für die Verteidigung oder Durchsetzung deiner Rechte.

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Wann lohnt sich Verkehrsrechtsschutz?

Ob ein Verkehrsrechtsschutz für dich sinnvoll ist, hängt – wie so oft bei Versicherungen – von der persönlichen Situation ab. Grundsätzlich lohnt sich die Versicherung, wenn du…

  • regelmässig Auto oder Motorrad fährst. Das Risiko für Unfälle und Bussen ist dadurch erhöht.

  • dein Fahrzeug geleast hast. Du bist Mieter:in mit vertraglichen Pflichten, woraus potenziell viele Streitpunkte entstehen können.

  • im Besitz eines Neuwagens bist. Es geht um höhere Streitwerte bei Unfällen und Uneinigkeiten wegen Mängeln oder Garantiefragen sind wahrscheinlicher.

  • gewillt bist, rechtliche Schritte einzuleiten. Die Motivation, im Ernstfall den rechtlichen Weg zu gehen, ist vorausgesetzt.

Du bist selten im Verkehr unterwegs oder wehrst dich grundsätzlich nicht juristisch? Dann ist der Verkehrsrechtsschutz nicht empfehlenswert.

Möglich ist auch, dass du bereits über den allgemeinen Rechtsschutz gegen Rechtsstreite im Verkehr versichert bist. In diesem Fall: Unbedingt zuerst die Police und AGBs deines allgemeinen Rechtsschutzes checken.

Was kostet Verkehrsrechtsschutz?

Die Höhe der Verkehrsrechtsschutz-Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: Vom Versicherer, dem Leistungsumfang und insbesondere von der Frage, ob du dich als Person oder ein konkretes Fahrzeug versicherst. So viel dürfte dich ein Verkehrsrechtsschutz in etwa kosten:

Art der Deckung

Prämie pro Jahr

Fahrzeugbezogener Verkehrsrechtsschutz (1 Auto)

ca. CHF 80-150.– 

Personenbezogener Verkehrsrechtsschutz (alle Verkehrsmittel, inkl. Velo, ÖV, Fussgänger)

ca. CHF 120-250.– 

Familiendeckung (für mehrere Personen im Haushalt)

ca. CHF 180-350.– 

Die Prämie kann höher ausfallen, wenn der Schutz auch im Ausland greifen soll. Umgekehrt sinkt die Prämie, wenn ein Selbstbehalt inbegriffen ist. Je höher der Selbstbehalt ist, desto günstiger fällt die Prämie aus.

Obacht vor Doppelversicherungen

Wenn du bereits einen allgemeinen Rechtsschutz hast: Überprüfe unbedingt, ob die Leistung  «Verkehr» inklusive ist. In diesem Fall wäre ein zusätzlicher Verkehrsrechtsschutz überflüssig. 

Häufige Fragen zum Verkehrsrechtsschutz

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Gioia Gerber
Content Managerin
Bereits seit 2016 arbeitet Gioia im Content, der Recherche und Redaktion, mit breitgefächerter Erfahrung in diversen digitalen Unternehmen und Branchen. Als Content Managerin bei FinanceScout24 ist sie überall involviert, wo getextet wird. Wenn sie gerade nicht mit Worten spielt, kocht und backt sie liebend gerne (Zweiteres auch zur Freude ihrer Kolleg:innen), reist in der Weltgeschichte umher und liest alle Bücher, die sie in die Finger bekommt.