Zusatzversicherung abgelehnt? Diese Gründe stecken dahinter und so gehst du jetzt vor
Keine Frage, eine Ablehnung ist ärgerlich. Aber sie bedeutet nicht, dass du ohne Schutz dastehst oder keine Optionen mehr hast. Wir erklären dir, warum Zusatzversicherungen abgelehnt werden und was du bei einer Ablehnung konkret tun kannst.
Die Zusatzversicherung hat dich abgelehnt
Zusammenfassung
Versicherungen dürfen Zusatzversicherungen ohne Angabe von Gründen ablehnen.
Häufigste Gründe sind Vorerkrankungen, laufende Behandlungen oder hohes Alter.
Andere Anbietende, reduzierte Deckungen oder Ausschlüsse sind Alternativen.
Ehrlichkeit bei den Gesundheitsfragen ist Pflicht.
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Von der Zusatzversicherung abgelehnt
Wurdest du von der Krankenkasse für eine Zusatzversicherung abgelehnt, ist das im ersten Moment natürlich sehr ärgerlich. Eine solche Ablehnung einer Zusatzversicherung bei der Krankenkasse bedeutet aber keineswegs das Ende für deine Absicherung. Es lohnt sich, bei verschiedenen Anbietern nachzuhaken.
Darf eine Zusatzversicherung mich überhaupt ablehnen?
Ja – und das ist in der Schweiz vollkommen legal. Anders als bei der Grundversicherung, die jede:n aufnehmen muss, gilt bei Zusatzversicherungen kein Aufnahmezwang. Bei der Zusatzversicherung entscheidet die Versicherung selbst, wen sie aufnimmt und zu welchen Konditionen.

Krankenkassen in der Schweiz
In der Schweiz bieten um die 50 zugelassene Versicherungsunternehmen Krankenversicherungen an. Wer also bei einem Anbieter abgelehnt wird, hat noch zahlreiche weitere Optionen – ein Vergleich lohnt sich deshalb immer.
Die häufigsten Gründe für eine Ablehnung der Zusatzversicherung
Versicherungen müssen ihre Entscheidung nicht begründen. Es gibt keine öffentlichen konkreten Begründungen von Ablehnungen. Folgende Faktoren können aber die Aufnahme aber erschweren:
Vorerkrankungen: Das ist der häufigste Grund. Wer bereits an einer chronischen Krankheit leidet, eine Operation hinter sich hat oder regelmässig Medikamente einnimmt, gilt für Versicherungsunternehmen als erhöhtes Risiko. Je nach Schwere der Vorerkrankung wird der Antrag abgelehnt oder mit einem Vorbehalt für genau diese Erkrankung versehen.
Laufende Behandlungen: Wer zum Zeitpunkt des Antrags in ärztlicher Behandlung ist, wird von vielen Versicherungen kritisch bewertet. Eine laufende Therapie oder eine noch nicht abgeschlossene Abklärung kann zur Ablehnung führen, selbst wenn die Erkrankung harmlos erscheint.
Hohes Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Versicherungen. Einige Anbietende nehmen Personen ab einem bestimmten Alter gar nicht mehr auf oder verlangen deutlich höhere Prämien. Das ist einer der Hauptgründe, warum ein frühzeitiger Abschluss so wichtig ist.
Bestimmte Berufe oder Risikosportarten: Wer in einem Beruf mit erhöhtem Unfallrisiko arbeitet oder regelmässig Extremsport betreibt, kann ebenfalls abgelehnt werden. Dies gilt besonders bei Unfallzusatzversicherungen.
Versicherungsgesellschaften gelangen an diese Informationen über die Gesundheitsprüfung. Bevor eine Versicherung über deinen Antrag entscheidet, bist du also verpflichtet, Gesundheitsfragen zu beantworten.
Ein Vergleich lohnt sich immer
Die neuen Krankenkassenprämien werden jeweils im Herbst bekanntgegeben. Trotzdem lohnt es sich immer, auch bei aktuellen Prämien den Überblick zu behalten.
Krankenkassen vergleichenWie läuft die Gesundheitsprüfung ab?
Diese Fragen betreffen vergangene Erkrankungen, laufende Behandlungen, Operationen und regelmässig eingenommene Medikamente. Wer falsche Angaben macht, riskiert, dass die Versicherung die Zahlung verweigert oder den Vertrag rückwirkend kündigt. Die Versicherung wertet die Antworten aus und entscheidet dann: Aufnahme ohne Einschränkungen, Aufnahme mit Vorbehalt für bestimmte Erkrankungen oder vollständige Ablehnung.
Gibt es Zusatzversicherungen ohne eine Gesundheitsprüfung?
In der Schweiz gibt es vereinzelt Produkte ohne vollständige Gesundheitsprüfung, wie etwa bestimmte Kollektivversicherungen über den Arbeitgeber. Diese sind aber selten und zudem oft in den Leistungen eingeschränkt. Im Regelfall gilt: Wer eine Zusatzversicherung abschliessen möchte, kommt an den Gesundheitsfragen nicht vorbei.
Die Versicherung sieht mehr als du denkst
Die Gesundheitsprüfung ist kein lockeres Erstgespräch. Versicherungsgesellschaften analysieren deine Angaben sehr genau und gleichen sie mit medizinischen Wahrscheinlichkeiten ab. Ein vergessenes Zipperlein hier, eine ausgelassene Behandlung dort – und schon wird aus einer Kleinigkeit ein Problem. Ehrlichkeit und Genauigkeit sind also nicht nur die beste, sondern schlicht die einzige sinnvolle Strategie.
Was soll ich nach einer Ablehnung machen?
Eine Ablehnung fühlt sich wie eine Sackgasse an. Ist sie aber nicht. Folgende Schritte helfen dir aber weiter:
1. Grund verstehen: Frag bei der Versicherung nach, weshalb dein Antrag abgelehnt wurde! Eine Begründungspflicht gibt es zwar nicht, aber viele Versicherungen geben auf Nachfrage zumindest eine grobe Auskunft. Das hilft dir, die nächsten Schritte richtig einzuschätzen.
2. Unterlagen prüfen: Schau dir die Gesundheitsfragen noch einmal genau an. Hast du alle Fragen vollständig und korrekt beantwortet? Manchmal führen Missverständnisse oder unvollständige Angaben zu einer Ablehnung, die sich korrigieren lässt.
3. Andere Anbieter kontaktieren: Jede Versicherungsgesellschaft bewertet Risiken anders. Was bei einem Anbietenden zur Ablehnung führt, kann bei einer anderen problemlos akzeptiert werden. Wir empfehlen, bei einer Ablehnung aktiv andere Anbieter zu vergleichen, da die Risikobeurteilung je nach Versicherung stark variiert.
Krankenkassen vergleichenHeisser Tipp: Patientendossier
Das Patientendossier liefert meistens die besten Anhaltspunkte für die Ablehnung durch die Krankenkasse. Kontrolliere am besten, ob dort alles richtig eingetragen ist.
Diese Alternativen hast du nach einer Ablehnung
Eine Ablehnung schliesst dich nicht automatisch von jeder Zusatzversicherung aus. Es gibt konkrete Alternativen:
Andere Versicherungen vergleichen: Die Risikobeurteilung unterscheidet sich von Versicherung zu Versicherung erheblich. Eine Zusatzversicherungsgesellschaft mit spezialisierten Produkten für Personen trotz Vorerkrankungen könnte eine Option sein.
Versicherung mit Ausschlüssen: Statt einer vollständigen Ablehnung bieten manche Versichernde eine Aufnahme mit Vorbehalt an. Das bedeutet: Du bist versichert, aber für die betreffende Erkrankung oder Körperregion übernimmt die Versicherung keine Kosten.
Reduzierte Deckung wählen: Wer mit einem umfassenden Modell abgelehnt wird, hat manchmal Erfolg mit einem schlankeren Produkt. Eine einfache Zusatzversicherung für Alternativmedizin oder Fitness ist für Versicherungen weniger riskant als ein umfassender Spitalzusatz.
Fokus auf die Grundversicherung: Wer keine Zusatzversicherung bekommt, sollte die Grundversicherung optimal ausschöpfen. Laut BAG deckt die Grundversicherung alle medizinisch notwendigen Behandlungen ab. Ein Wechsel ins Hausarzt- oder HMO-Modell spart zudem Prämien.
Manchmal ist weniger mehr
Eine reduzierte Deckung klingt zunächst nach einer Niederlage, ist es aber nicht. Statt gar keinen Zusatzschutz zu haben, ist ein schlankes Produkt oft der klügere erste Schritt. Wichtiger ist, dass die Zusatzversicherung für dich sinnvoll ist.
Tipps: So erhöhst du deine Chancen beim nächsten Versuch
Falls du von deiner Zusatzversicherung eine Ablehnung erhalten hast, gibt es einige Dinge, die du bei deinem nächsten Antrag beachten kannst:
Richtig timen: Warte, wenn möglich, bis eine laufende Behandlung abgeschlossen ist, bevor du einen neuen Antrag stellst. Ein geheiltes Leiden wird von Versicherungen anders bewertet als eine laufende Therapie. Wer Kinder plant, sollte zudem wissen, dass viele Versicherungen die Möglichkeit einer vorgeburtlichen Anmeldung anbieten.
Versicherung gezielt auswählen: Nicht jede Versicherung ist gleich streng. Informiere dich im Voraus über die Aufnahmepraxis verschiedener Anbietender, was dir Zeit und unnötige Ablehnungen spart. Informiere dich kostenlos und unverbindlich auf FinanceScout24.
Ehrlich bleiben: Falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen sind gefährlich: Laut Gesetz kann die Versicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigern und den Vertrag auflösen. (VVG)
Fazit
Eine Ablehnung ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Es lohnt sich, bei mehreren Versicherungsgesellschaften anzufragen, denn alle Anbietende stufen Risiken anders ein. Mit etwas Geduld findest du in den meisten Fällen einen vergleichbaren Versicherungsschutz, der zu deiner Situation passt.
Häufige Fragen zur abgelehnten Zusatzversicherung
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