Selbstständig, aber sicher: So findest du die passende Krankenkasse in der Schweiz
Selbstständig sein bedeutet Freiheit – aber auch volle Verantwortung, gerade bei der Krankenkasse. Welche Modelle lohnen sich? Wie sparst du Prämien? Und wie sieht es mit Unfällen aus? In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du als Selbstständige:r in der Schweiz über deine Krankenversicherung wissen musst.
Krankenkasse Selbstständige Schweiz
Zusammenfassung
Selbstständige müssen sich selbst krankenversichern.
Die Grundversicherung und Unfallversicherung sind in der Schweiz obligatorisch.
Krankentaggeld- und Unfallversicherungen sind besonders wichtig.
Prämien variieren stark je nach Modell und Franchise.
Was Selbstständige zur Krankenversicherung wissen müssen
In der Schweiz bist du als selbstständig Erwerbstätige:r gesetzlich verpflichtet, dich innerhalb von 3 Monaten nach Beginn deiner selbstständigen Tätigkeit bei einer Krankenkasse anzumelden. Im Unterschied zu Angestellten bist du aber komplett eigenverantwortlich – auch für Unfalldeckung und Taggeld.
Je nach Einkommen und Gesundheitsrisiko ist eine individuelle Kombination aus Grund- und Zusatzversicherungen entscheidend, um dein Business und dich optimal abzusichern.

Ein Vergleich lohnt sich immer
Die neuen Krankenkassenprämien werden jeweils im Herbst bekanntgegeben. Trotzdem lohnt es sich immer, auch bei aktuellen Prämien den Überblick zu behalten.
Krankenkassen vergleichenSelbstständig oder angestellt? Diese Unterschiede musst du kennen
Ob du selbstständig oder angestellt bist, hat wesentliche Auswirkungen auf deine Kranken- und Unfallversicherung. Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
Aspekt
Selbstständige
Angestellte
Krankenkasse
Müssen die gesamten Prämien selbst bezahlen.
Müssen die Prämien ebenfalls selbst bezahlen.
Unfallversicherung
Kein obligatorischer UVG-Unfallschutz. Entweder Unfalldeckung in der Krankenkasse oder freiwillige UVG-Versicherung.
Sind automatisch über den Arbeitgeber unfallversichert (UVG) für Berufs- und Nichtberufsunfälle (ab 8 Stunden/Woche).
Krankentaggeld
Keine automatische Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Erwerbsausfallversicherung ist freiwillig, aber empfehlenswert.
Erhalten im Krankheitsfall eine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber oder eine vom Arbeitgeber finanzierte Krankentaggeldversicherung.
Versicherung Selbstständige Schweiz: Welche Policen sind wichtig?
Neben der obligatorischen Grundversicherung (KVG) gibt es weitere wichtige Versicherungen für Selbstständige:
Unfalldeckung / UVG-Versicherung
Wenn du keine separate UVG-Versicherung abgeschlossen hast, musst du die Unfalldeckung in der Grundversicherung einschliessen. Diese deckt allerdings nur die Heilungskosten. Eine freiwillige UVG-Versicherung – etwa bei der Suva oder privaten Anbietern – bietet zusätzlichen Schutz, z. B. mit Taggeldern oder Invalidenrente nach einem Unfall.
Krankentaggeldversicherung
Diese Versicherung springt ein, wenn du wegen Krankheit vorübergehend nicht arbeiten kannst. Sie ist besonders wichtig, weil Selbstständige keinen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben.
Erwerbsausfallversicherung
Die Erwerbsausfallversicherung sichert dein Einkommen bei längerer Arbeitsunfähigkeit – etwa durch Krankheit, Unfall oder Invalidität. Sie kann entweder separat abgeschlossen oder über eine umfassende UVG- oder Taggeldversicherung integriert sein.
Zusatzversicherungen
Zusatzversicherungen erweitern den Leistungsumfang deiner Grundversicherung. Beliebt sind ambulante oder stationäre Zusatzversicherungen sowie Zahnzusatzversicherungen – je nach persönlichem Bedarf und Budget.
Was kostet die Krankenkasse für Selbstständige?
Die Kosten und Prämien einer Krankenkasse können je nach Franchise, gewähltem Modell und Unfalldeckung. Die monatliche Prämie setzt sich wie folgt zusammen:
Franchise: Je höher deine Franchise, desto niedriger die monatlichen Prämien.
Wahlmodell: Modelle wie Hausarzt/-ärztin oder Telemedizin sind günstiger als das Standard-Modell.
Alter: Unter 25-Jährige zahlen weniger als über 25.
Wohnkanton: In Städten wie Zürich oder Basel sind die Beiträge oft höher als in ländlichen Regionen. Ein Vergleich lohnt sich!
Beispiel: Bei einer Franchise von 1'000 Franken liegt die monatliche Prämie für eine gesunde Person je nach Kanton und Alter meist zwischen 350 Franken und 600 Franken. Mit einer höheren Franchise sinkt die Prämie, aber dafür musst du im Krankheitsfall mehr selbst bezahlen.
Krankenkassen vergleichenTeilzeit, Gründung oder Ausland: Das gilt in Sonderfällen
Einzelunternehmer:in ohne Angestellte?
Dann brauchst du eine Grundversicherung mit Unfalldeckung und idealerweise Krankentaggeld.
Teilzeit-Selbstständig?
Dann prüfe, ob deine Haupttätigkeit noch UVG-pflichtig ist. Falls ja, kannst du das Unfallrisiko in der Grundversicherung ausschliessen – das spart Prämie. Falls du keine Haupttätigkeit mehr hast, musst du den UVG-Schutz selbst organisieren.
Gründungsphase?
Schliesse die Versicherung rechtzeitig ab, damit du keine Beitragsnachzahlung riskierst.
Wichtiger Tipp: Melde dich am besten direkt zu Beginn deiner Selbstständigkeit bei einer Krankenkasse an – spätestens aber innerhalb von 3 Monaten nach der Aufnahme der Tätigkeit. Erfolgt die Anmeldung verspätet, musst du die Prämien rückwirkend zahlen und riskierst Leistungseinschränkungen.
Zusatzversicherungen: sinnvoll oder unnötig?
Zusatzversicherungen bieten dir zusätzliche Leistungen, die über die Grundversicherung hinausgehen. Sie können sinnvoll sein, aber auch die Prämien erheblich erhöhen. Zu den gängigsten Zusatzversicherungen gehören:
Zahnzusatzversicherung: Wenn du oft Zahnarztbesuche hast oder teure Zahnbehandlungen benötigst.
Spitalzusatzversicherung: Diese Versicherung deckt zusätzliche Leistungen im Krankenhaus ab, etwa eine Wahlabteilung oder ein Einzelzimmer.
Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Diese Versicherung hilft, dein Einkommen zu sichern, falls du aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst.
Spartipps für Selbstständige: So senkst du deine Krankenkassenkosten
Franchise bewusst wählen: Je höher die Franchise, desto tiefer die Monatsprämie – aber mit höherem Eigenanteil im Krankheitsfall. Kalkuliere deinen Bedarf realistisch.
Günstiges Modell wählen: Hausarzt-, HMO- oder Telemedizinmodelle sind oft günstiger als das Standardmodell – wenn du mit Einschränkungen bei der Arztwahl leben kannst.
Prämienverbilligung prüfen: Auch als Selbstständige:r kannst du Prämienverbilligung beantragen, wenn dein Einkommen unter einer kantonal definierten Grenze liegt. Sich frühzeitig zu informieren lohnt sich.
Fazit: So findest du die richtige Krankenkasse für dich
Die Wahl ist als Selbstständige:r nicht immer einfach, aber mit den richtigen Informationen kannst du die für dich beste Krankenkasse finden. Achte besonders auf die Franchise, das Modell und mögliche Zusatzversicherungen, die deinen Bedarf abdecken. Nutze Online-Rechner, um die besten Angebote zu vergleichen, und wähle ein Modell, das zu deinem Gesundheitsbedarf und deinem Budget passt. So bleibst du finanziell flexibel und bist gleichzeitig gut abgesichert.
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Häufige Fragen zu Krankenkassen für Selbstständige
