Verhütung und Krankenkasse: Was die Grundversicherung in der Schweiz wirklich bezahlt
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Verhütung ist wichtig. Doch wer zahlt eigentlich was? Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Verhütungsmethoden es in der Schweiz gibt, wann sie von der Krankenkasse übernommen werden und wie du Kostenfallen vermeidest.
Verhütungsmittel & Krankenkasse in der Schweiz
Zusammenfassung
In der Regel zahlst du deine Verhütungsmethode aus eigener Tasche.
Bei medizinisch notwendigen Eingriffen oder Schwangerschaftsabbrüchen springt die Krankenkasse ein.
Zusatzversicherungen können mehr übernehmen – das lohnt sich manchmal sehr.
Wer ist für die Verhütung verantwortlich?
Wer sexuell aktiv ist, sollte sich auch um eine entsprechende Verhütungsmethode kümmern – vorausgesetzt, man will kein Baby. Dabei ist Verhütung schon längst keine Frauensache mehr. In der Schweiz ist es aber nach wie vor Privatsache, denn die Krankenkasse beteiligt sich nur in Ausnahmefällen an den Kosten.
Verhütungsmittel: Vor- und Nachteile der verbreitetsten Methoden
Hormonell, natürlich oder im Notfall – in der Schweiz hast du Zugang zu einer grossen Bandbreite an verschiedenen Verhütungsmitteln. Hier erfährst du, wie zuverlässig die gängigsten Verhütungsmethoden sind und mit welchen Nebenwirkungen oder Nachteilen du rechnen musst.
Diverse Methoden
Zuverlässigkeit
Nebenwirkungen/Nachteile
Nicht-hormonelle Methoden (Kondom, Kupferspirale, Diaphragma, Scheidenzäpfchen, Gels)
Hoch, bei richtiger Anwendung
Kann das Körpergefühl beeinträchtigen, Risiko von Abrutschen oder Reissen.
Hormonelle Methoden (Pille, Verhütungspflaster, Hormonspirale, Verhütungsring, Stäbchen, Vaginalring, Dreimonatsspritze)
Hoch, bei richtiger Anwendung
Hormonbedingte Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Blutungsstörungen, bei der Pille ist eine tägliche Einnahme nötig.
Natürliche Methoden (Symptothermale Methode, Temperaturmethode, Verhütungscomputer, Kalendermethode)
Sehr unterschiedlich, Kalendermethode sehr unsicher
Keine körperlichen Nebenwirkungen
Im Notfall
(Pille danach)
Zuverlässig, sofern sie früh genug eingenommen wird
Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Brustspannen, Zyklusverschiebung etc.
Welche Methode für dich am passendsten ist – gesundheitlich, aber auch finanziell – klärst du am besten mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen ab.
Ein Vergleich lohnt sich immer
Die neuen Krankenkassenprämien werden jeweils im Herbst bekanntgegeben. Trotzdem lohnt es sich immer, auch bei aktuellen Prämien den Überblick zu behalten.
Krankenkassen vergleichen
Welche Verhütungsmittel werden von der Grundversicherung übernommen?
Grundsätzlich tragen Versicherte die Kosten für Verhütungsmittel selbst. Die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln gehört nicht zu den Leistungen der Grundversicherung.
Anders sieht es aus, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt (z. B. bei hormonellen Beschwerden). Dann können die Kosten für hormonelle Verhütungsmethoden wie die Pille oder den Verhütungsring teilweise oder sogar ganz von der Krankenkasse übernommen werden.
Bei langfristigen Methoden wie der Spirale kann eine Kostenübernahme durch die Zusatzversicherung oder bei medizinischer Indikation auch durch die Grundversicherung erfolgen. Im Gegensatz dazu werden Kondome in der Regel nicht übernommen, da keine medizinische Notwendigkeit vorliegt.
Krankenkassen vergleichenWas kostet Verhütung in der Schweiz?
Verhütung gibt’s nicht gratis. Ausser vielleicht ein Beratungsgespräch mit einer Fachperson. Hier ein Überblick über die Durchschnittskosten:
Verhütungsmittel
Kosten in der Schweiz
Pille
CHF 10-30.– pro Monat
Kupferspirale
CHF 200-500.– (einmalig, hält bis 8 Jahre)
Hormonspirale
CHF 300-500.– (hält 3-8 Jahre)
Verhütungsstäbchen
CHF 350-500.– (hält bis 3 Jahre)
Pille danach
CHF 20-50.–
Das beeinflusst den Preis:
Methode (Hormon vs. Kupfer vs. Pflaster)
Dauer der Wirkung
Gynäkologische Leistungen (Einlage, Kontrolle)
Wohnort (ja, Preise schwanken)
Deine Versicherung (mit/ohne Zusatzpaket)
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Schon vor über 3'500 Jahren war Verhütung ein grosses Thema. Im alten Ägypten trugen Frauen eine Mischung aus Krokodilkot und gegorenem Pflanzenschleim auf den Muttermund auf, in der Hoffnung, damit Schwangerschaften zu verhindern. Zum Glück gibt’s heute angenehmere Methoden!
Ausnahmen: Hier kommt die Krankenkasse ins Spiel
In gewissen Situationen greift dir die Krankenkasse bei der Verhütung unter die Arme. Das ist in folgenden Fällen der Fall:
Bei der Schwangerschaft gibt es eine Extra-Regelung: Muss die Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen vermieden oder abgebrochen werden, übernimmt die Grundversicherung den Eingriff.
Das Abklären deiner Verhütungsmethode beim Gynäkologen oder bei der Gynäkologin wird von der Grundversicherung übernommen.
Wenn die hormonelle Verhütung aus medizinischen Gründen, zum Beispiel bei sehr starken Monatsblutungen oder hormonell bedingter Akne, erfolgt, wird sie von der Grundversicherung übernommen.
Was muss ich tun, damit die Krankenkasse die Kosten für Verhütungsmittel übernimmt?
Falls du eine Kostenübernahme beantragen möchtest, gehst du folgendermassen vor:
Ärztliches Rezept: Lasse dir eine Verordnung für die Verhütung ausstellen. Wenn du beispielsweise starke, hormonelle Akne hast, kannst du dir möglicherweise die Pille verordnen lassen.
Versicherung prüfen: Kläre mit der Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt.
Antrag stellen: Reiche die Verordnung bei der Krankenkasse ein.
Abwarten: Die Kasse prüft den Antrag und informiert dich.
Spielt das Alter eine Rolle bei der Vergütung von Verhütungsmitteln?
Je nach Krankenkasse und Kanton gibt es Programme, die Verhütungsmittel für Jugendliche bis 18 oder 25 Jahre subventionieren. Es ist daher ratsam, dich direkt bei der Krankenkasse oder dem Kanton nach den spezifischen Bedingungen zu erkundigen.
Beratungsstellen und Unterstützungsmöglichkeiten
Verhütung und Schwangerschaft sind zwei ziemlich sensible Themen. Hierbei kann Unterstützung ganz schön hilfreich sein. Auf der Internetseite der Dachorganisation zur sexuellen Gesundheit Schweiz findest du die passende Beratungsstelle in deinem Kanton. In Zürich werden beispielsweise folgende Beratungsstellen aufgelistet:
Im Stadtspital Zürich gibt es eine Beratungsstelle rund um Schwangerschaften. Hier kannst du dich melden, wenn du an einen Schwangerschaftsabbruch denkst.
Wenn du jünger als 21 Jahre bist, erhältst du bei der Fachstelle Lust und Frust in Zürich Beratung zum Thema Sex.
Häufige Fragen zu Verhütungsmittel & Krankenkasse
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