Was bedeutet Grobfahrlässigkeit bei der Autoversicherung?

  • 05.01.2021
  • Amelia L.
  • Lesedauer: 3 min.

Bei Autounfällen hört man immer wieder von ‘grobfahrlässigem Handeln‘ oder ‘grobfahrlässigem Verhalten‘. Doch was bedeutet das eigentlich genau – und welche Auswirkungen hat es auf die Versicherungsleistung?

Was ist ‘grobfahrlässig’?

In Zusammenhang mit der Autoversicherung bedeutet Grobfahrlässigkeit im Grunde genommen nichts anderes, als dass du unvorsichtig fährst und dadurch dich und andere Verkehrsteilnehmer gefährdest. Klassische Beispiele dafür sind die Missachtung einer roten Ampel respektive Vortrittsregelung oder während der Fahrt am Handy rumzudrücken, um noch eine Nachricht zu beantworten. Diese Dinge sind natürlich nicht ohne Grund verboten – und auch wenn es dabei nicht zu einem Unfall kommt, wirst du für dieses grobfahrlässige Verhalten sanktioniert.

Grobfahrlässige Unfälle können teuer werden

Hat deine Grobfahrlässigkeit aber tatsächlich einen Unfall zur Folge, siehst du schnell ziemlich alt aus: Während die Versicherung normalerweise (abzüglich eines Selbstbehalts) für den entstandenen Schaden aufkommt, ist sie in einem solchen Fall weit weniger verständnisvoll – nur weil du eine Versicherung hast, darfst du natürlich noch lange nicht unvorsichtig fahren.

Aus diesem Grund wird sie sagen, dass du an dem Unfall alles andere als unschuldig warst, und einen Teil der Versicherungsleistung von dir zurückverlangen (der Fachausdruck dafür lautet ‘Regress‘). Und das kann ganz schön teuer werden: Vor allem dann, wenn beim Unfall Personen schwer verletzt wurden und einen langwierigen Genesungsprozess durchlaufen müssen, belaufen sich die Kosten schnell auf mehrere Zehntausend Franken oder mehr. Musst du nun beispielsweise die Hälfte davon selbst bezahlen, weil du grobfahrlässig gehandelt hast, stehst du alsbald vor einer finanziellen Katastrophe.

Das Essen während der Autofahrt ist nicht generell verboten. Aber Achtung: Das heisst nicht, dass du dabei hemmungslos ein Festmahl veranstalten darfst – wenn du dadurch zu sehr vom Verkehr abgelenkt wirst, musst du ebenfalls mit einer Busse rechnen, da die Behörden hier einen gewissen Ermessensspielraum haben.

Regressverzicht bei Grobfahrlässigkeit

Einige Versicherungen bieten einen sogenannten Grobfahrlässigkeitsschutz als Zusatzdeckung an, der einen Regressverzicht beinhaltet. Damit kannst du verhindern, dass du bei einem solchen Schadenfall eine gewisse Summe selbst bezahlen musst.

Dazu sei aber gesagt, dass dieser Grobfahrlässigkeitsschutz dazu dient, den Regress bei einer Unachtsamkeit abzuwehren. Sowas sollte zwar nicht vorkommen, aber kann halt mal passieren. Das ist jedoch kein Freifahrtschein, um von nun an zu fahren wie ein Henker: Wenn du zum Beispiel unter dem Einfluss von Medikamenten, Drogen oder Alkohol am Steuer sitzt, erlischt dein Versicherungsschutz genauso wie wenn du viel zu schnell durch die Strassen blochst. 

Autofahren erfordert stets volle Konzentration, da sonst schnell Unfälle mit gravierenden Folgen passieren können. Wenn du also unterwegs bist, solltest du dich natürlich nicht nur an sämtliche Verkehrsregeln halten (was sich ja von selbst versteht), sondern auch bei vermeintlich nebensächlichen Tätigkeiten lieber kurz anhalten, diese in Ruhe erledigen und danach weiterfahren. Andernfalls wird’s schnell grobfahrlässig – was wir zu unser aller Sicherheit ja tunlichst vermeiden wollen.

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