Wärmepumpe 2026: So umgehst du die Kostenfalle und sicherst dir alle Fördergelder

Wärmepumpe 2026: So umgehst du die Kostenfalle und sicherst dir alle Fördergelder

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4.3 (3)

Öl- oder Gasheizung raus, Wärmepumpe rein: 2026 steht bei vielen Schweizer Eigenheimen der Heizungswechsel an. Die Investition ist zwar nicht klein – je nach System kostet eine Wärmepumpe schnell CHF 15’000 bis CHF 35’000. Dafür locken kantonale Fördergelder, mögliche Steuerabzüge und langfristig tiefere Energiekosten. Wichtig ist nur: Finanzierung und Förderung sollten sitzen, bevor die alte Heizung endgültig den Geist aufgibt.

Wärmepumpe Finanzierung

Zusammenfassung

  • Die Erneuerung des Heizsystems, wie z. B. der Installation einer Wärmepumpe, ist im Normalfall eine werterhaltende Investition.

  • Werterhaltende Investitionen werden von Banken ungern über eine Hypothekenerhöhung finanziert.

  • Der Privatkredit ist eine flexible Finanzierungs-Option für deine neue Wärmepumpe.

  • Beim Umstieg auf Wärmepumpen profitierst du von verschiedenen Förderungsprogrammen.

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Was ist eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen werden primär als Heizung und zur Warmwasserbereitung genutzt. Sie sind elektrisch angetrieben – als Hauptenergiequelle dienen aber Luft, Erde und Wasser, die CO₂-neutral aus der Umgebung gewonnen werden.

Wärmepumpen lassen sich perfekt mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren. Mit einer Solaranlage kannst du den für die Wärmepumpe benötigten Strom gleich selbst produzieren.

Die Kosten einer Wärmepumpe

Die Gesamtkosten hängen stark von Gebäudegrösse, Dämmung, Heizsystem, Installationsaufwand und allfälligen Zusatzarbeiten ab. Dazu gehören etwa Anpassungen an Heizkörpern, Leitungen, Boiler, Elektrik oder Wärmeverteilung. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Pumpen.

Handwerker die eine Wärmepumpe installieren

Luftwärmepumpe Kosten

Die Luftwärmepumpe ist in der Installation verhältnismässig einfach und benötigt keinen grossen bürokratischen Aufwand. Gerechnet für ein Haus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20'000 kWh sind mit folgenden Kosten zu rechnen:

  • Investitionskosten (Anschaffung und Installation): ab ca. CHF 25'000.– 

  • Betriebskosten (Energie und Wartung): ca. CHF 1600.– pro Jahr

Sole-Wasser-Wärmepumpe Kosten

Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist die Installation komplexer und deshalb teurer. Dafür sind die jährlichen Energiekosten geringer. Die Kosten bewegen sich im folgenden Bereich:

  • Investitionskosten (Anschaffung und Installation): ab ca. CHF 50’000.–

  • Betriebskosten (Energie und Wartung): ca. CHF 1300.– pro Jahr

By the way: Die erste Wärmepumpe-Anlage stand in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich. Ab 1938 und für über 60 Jahre beheizte sie das Rathaus; die Wärme bezog sie aus der Limmat.

Wärmepumpe statt Ölheizung: Lohnt sich der Umstieg?

Du willst (oder musst) deine Ölheizung mit einer Wärmepumpe austauschen? Für den Umstieg gilt es verschiedene Aspekte zu beachten. 

  • Kosten: Die Ölheizung ist in der Anschaffung günstiger, allerdings sind die jährlichen Betriebskosten bei einer Wärmepumpe deutlich geringer.

  • Umweltschutz: Im Vergleich zu einer Ölheizung stösst eine Wärmepumpe rund 90% weniger CO₂ aus.

  • Platzbedarf: Wärmepumpen sind im Vergleich zu Ölheizungen platzsparender, bei bestimmten Typen werden sie gar outdoor aufgestellt.

  • Der passende Typ für dein Haus: Der Einsatz einer Wärmepumpe ist besonders effizient in gut isolierten Häusern mit Niedertemperatur-Heizsystemen. Lass dich vorab von einem Fachbetrieb beraten.

  • Der Umstieg selbst: Sobald die passende Wärmepumpe ausgewählt ist, übernimmt ein Fachbetrieb die Installation. Je nach Typ (z. B. Luft- oder Sole-Wärmepumpe) sind unterschiedliche Vorarbeiten notwendig.

Kredit vs. Hypothek-Aufstockung: Die überraschend günstige Alternative

Du hast dich definitiv für den Erwerb einer Wärmepumpe entschieden? Dann stellt sich jetzt die Frage der richtigen Finanzierung.

Da es sich um eine grosse Investition handelt, lohnt es sich, diesen Schritt gut durchzudenken. Bei Investitionen dieser Art muss zunächst zwischen werterhaltenden und wertvermehrenden Anschaffungen unterschieden werden.

Werterhaltende Investitionen

Bei werterhaltenden Investitionen handelt es sich um Umbauten, die den Zustand einer Immobilie erhalten oder verbessern. Wichtig: Der Wert der Immobilie wird dabei gar nicht bzw. nur unwesentlich gesteigert.

Die Erneuerung des Heizsystems, wie z. B. der Installation einer Wärmepumpe, ist im Normalfall eine werterhaltende Investition.

Vorteile von werterhaltenden Massnahmen:

  • Sie sind steuerlich absetzbar.

  • Sie sichern die Nutzbarkeit der Immobilie langfristig.

  • Eine Finanzierung mittels Privatkredits ist möglich.

Nachteile von werterhaltenden Massnahmen:

  • Hypothek-Erhöhungen sind nicht gern gesehen.

  • Kreditgeber sind strenger als bei wertvermehrenden Massnahmen.

  • Sie bewirken keinen unmittelbaren Wertzuwachs.

Genau deshalb passt eine Wärmepumpe häufig besser zu einem Privatkredit als zu einer Hypothekenerhöhung: Die Massnahme erhält in erster Linie die Funktion des Gebäudes und erhöht den Immobilienwert oft nicht so stark, dass die Bank dafür gerne eine Hypothek aufstockt.

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Wertvermehrende Investitionen

Wird der Wert einer Immobilie durch einen Umbau wesentlich gesteigert, so spricht man von wertvermehrenden Investitionen. Dazu gehören beispielsweise der Anbau von zusätzlichen Wohnflächen oder die Modernisierung der Küche.

Der Einbau eines neuen Heizsystems wie einer Wärmepumpe gilt nur in wenigen Fällen als wertvermehrende Investition. 

Hypothekenerhöhung oder Vorbezug von Vorsorgekapital

Eine Möglichkeit, die neue Wärmepumpe zu finanzieren, wäre die Aufstockung einer bestehenden Hypothek. Hypothekenerhöhungen werden in der Regel ab einem Betrag von 80'000 bis 100'000 Franken angenommen. 

Für Umbauten, die unter diesem Wert liegen, ist der bürokratische Aufwand für die Bank verhältnismässig zu gross. Es ist daher davon auszugehen, dass eine Hypothekenerhöhung für den Umstieg auf eine Wärmepumpe abgelehnt wird. 

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist grundsätzlich der Vorbezug von Vorsorgegeldern. Diese können aber nur für wertvermehrende Investitionen bezogen werden. Da es sich beim Umstieg auf eine Wärmepumpe im Normalfall um eine werterhaltende Massnahme handelt, fällt diese Option in der Regel weg.

Weitere Vor- und Nachteile einer Hypothekenerhöhung:

Vorteile

Nachteile

+ Niedrigere Zinsen als bei einem Privatkredit.

+ Die Kosten können über viele Jahre abbezahlt werden.

- Die Abwicklung dauert länger als bei einem Privatkredit.

- Dein Haus wird neu bewertet; das kann bei einer kürzlich aufgenommenen Hypothek oder einer veränderten finanziellen Situation zu Problemen führen.

- Wenn du eine Hypothek kürzlich aufgenommen hast und ans Maximum deiner Belehnung gegangen bist, wird keine Erhöhung möglich sein.

Ein Kredit für die Wärmepumpe

Bleibt noch der Privatkredit: Dieser ist deutlich flexibler. Denn bei einem Privatkredit spielt es keine Rolle, ob die Investition werterhaltend oder wertvermehrend ist

Rein finanziell gesehen sind die Zinsen höher als bei einer Hypothek. Dafür kannst du den Kredit früher zurückzahlen und dadurch Zinsen sparen. Und ein Ratenaufschub kann relativ einfach beantragt werden. Kurzum: Mit einem Kredit bist du am flexibelsten.

Weitere Vor- und Nachteile vom Wärmepumpe-Kredit:

Vorteile

Nachteile

+ Du kannst die Laufzeit und Höhe der monatlichen Raten selbst bestimmen.

+ Der Ablauf der Kreditaufnahme erfolgt innerhalb weniger Tage.

+ Im Gegensatz zur Hypothek wird dein Haus nicht neu bewertet.

+ Die Zinsen sind von der Steuer abziehbar.

- Die Zinsen sind in der Regel höher als bei einer Hypothekenerhöhung.

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Staatliche Zuschüsse: Wer zahlt – und wer leer ausgeht

Beim Umstieg auf umweltfreundliche Heizungen wie einer Wärmepumpe oder anderen erneuerbaren Energien können die Kosten durch Förderungen gedämpft werden. Die Höhe der Förderung hängt unter anderem vom Standort, vom bisherigen Heizsystem, vom Wärmepumpen-Typ, von der Leistung der Anlage und teilweise von weiteren energetischen Massnahmen ab. Realistisch ist deshalb keine fixe Schweiz-Pauschale, sondern eine individuelle Prüfung pro Kanton und Gemeinde.

Als grobe Orientierung können Förderbeiträge einen Teil der Investition abfedern – häufig im Bereich von etwa 10–30%. Das ist aber nur ein Richtwert und keine Garantie. Die verbindlichen Bedingungen findest du bei deinem Kanton, deiner Gemeinde oder über Energiefranken.

Wichtig: Reiche das Fördergesuch immer vor Baubeginn ein. Viele Programme zahlen keine Beiträge, wenn du die Arbeiten bereits gestartet oder den Auftrag schon definitiv vergeben hast.

Es gibt verschiedene Förderprogramme darunter die kantonalen Förderungen, die Förderung durch die Stiftung myclimate sowie jene von Energie Zukunft Schweiz.

Hier findest du einen Überblick über alle Förderprogramme.

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Kantonale Förderung

Diese Förderungen basieren auf dem Gebäudeprogramm. Dessen Ziel ist die Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen. Welche konkreten Förderungen es gibt, hängt vom jeweiligen Kanton ab.

Im Kanton Zürich wird beispielsweise seit 2024 ein Bonus von CHF 3’000.–

 + CHF 100/kWth für Sole-Luft-Wärmepumpen entrichtet.

Förderung durch myclimate

Die internationale Stiftung myclimate unterstützt nachhaltige Projekte. In der Schweiz fördert myclimate z.B. den Umstieg von einer Gas- bzw Öl-Heizung auf eine Wärmepumpe. 

Um in den Genuss einer Förderung zu kommen, müssen jedoch gewisse Kriterien erfüllt sein. Mehr dazu erfährst du im Fördergeldrechner von myclimate.

Förderung durch Energie Zukunft Schweiz

Unter dem Label Energie Zukunft Schweiz wird eine sogenannte Klimaprämie entrichtet. Gefördert wird hier u. a. der Umstieg von Öl bzw. Gas auf eine Wärmepumpe. Die Prämienhöhe wird aus der Menge eingesparter fossiler Ressourcen errechnet. Für diese Förderung muss die Wärmepumpe ebenfalls eine festgelegte Leistung übertreffen.

Übrigens: Die Wärmepumpe kann nicht nur für wohlig warme Temperaturen in deinem Haus sorgen, sondern an heissen Sommertagen auch kühlen. Wende dich am besten an einen Fachbetrieb, um dich über eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion beraten zu lassen

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Benedict Fischer
Product Manager Credit
Mit seinem Masterabschluss im Bereich Geldpolitik und mehrjähriger Erfahrung im Versicherungsbereich bringt Benedict wertvolle Expertise für seine Rolle als Product Manager Finanzierung mit. Er arbeitet mit seinem Team daran, den transparentesten Finanzierungsvergleich der Schweiz aufzubauen. Auch privat interessiert er sich für Personal Finance, wenn er nicht gerade Ultimate Frisbee spielt oder die Welt auf seiner unermüdlichen Suche nach dem besten Burger bereist.