Autoversicherung Schweiz: Frau dokumentiert Autounfall

Autounfall: Was soll ich wann meiner Autoversicherung melden?

  • 23.01.2020
  • Sandra B.
  • Lesedauer: 3 min.

Nur mal kurz die Lautstärke am Radio verändern, schon kanns scheppern. Ein Autounfall ist schnell passiert. Und unabhängig davon, ob es sich dabei um einen harmlosen Blechschaden oder eine folgenschwere Karambolage handelt – meistens ist das ein Fall für die Versicherung. Aber was muss ich ihr wie melden? Antworten auf diese Fragen findest du hier.

So erstellst du eine Unfallmeldung an deine Autoversicherung

Ganz grundsätzlich gilt: Einen Unfallschaden solltest du so schnell wie möglich melden. Damit ist aber nicht gemeint, dass du sofort das Handy nimmst, bei deiner Versicherung anrufst und lauthals über den Idioten fluchst, der dir gerade ins Heck gefahren ist. Bewahre in dieser Situation einen kühlen Kopf und halte dich an die folgende Vorgehensweise:

Anhalten und Personen sowie Unfallstelle sichern

Bei den meisten Verkehrsunfällen entsteht glücklicherweise nur ein Sachschaden. Fahr jedoch auch bei einer vermeintlichen Lappalie unverzüglich rechts ran und vergewissere dich, dass keine beteiligte Person verletzt ist. Je nach Ausmass des Unfalls musst du zusätzlich die Unfallstelle mit dem Pannendreieck sichern (50 Meter Entfernung innerorts, 100 Meter ausserorts).

Fotografiere den Unfall für die Meldung an die Versicherung

Sofern es gefahrlos möglich ist, geht es als erstes darum, den Unfall und den entstandenen Schaden so genau wie möglich zu dokumentieren (also bevor die Fahrzeuge bewegt werden). Nimm dazu am besten deine Handy-Kamera und fotografiere alles aus jedem Winkel – je detaillierter deine Dokumentation, desto eher kann deine Versicherung den Fall richtig einschätzen und abwickeln.

Dokumentiere den Unfall mit dem Europäischen Unfallprotokoll

Das Europäische Unfallprotokoll ist ein standardisiertes Formular, das es den Beteiligten erleichtern soll, den Unfallhergang verständlich zu beschreiben. Du solltest stets ein neues Formular griffbereit im Auto haben. Somit kannst du es gleich vor Ort mit der anderen Person ausfüllen. Wichtig: Jetzt ist nicht die Zeit für wilde Schuldzuweisungen und Beschimpfungen. Versucht deswegen, ganz sachlich und neutral zusammen festzuhalten, was genau passiert ist. Dieses Dokument legst du nämlich danach der Schadenmeldung an die Versicherung bei.

Tipp aus der Anwaltskanzlei: Vermeide beim Ausfüllen des Unfallprotokolls Formulierungen, mit denen du bereits eine Schuld anerkennst. Schreib einfach ganz neutral auf, wie sich der Unfall zugetragen hat – die Schuldfrage kommt später. Wichtig ist auch, dass alle beteiligten Parteien zum Schluss das Protokoll unterzeichnen.

Meldung an die Versicherung

Nachdem du den Unfall gemeinsam mit den anderen Beteiligten sauber dokumentiert hast, solltest du das gesamte Dossier sobald wie möglich deiner Versicherung weiterleiten. Die meisten Versicherungsanbieter haben dafür auf ihrer Website ein Onlinetool bereitgestellt. Dort kannst du alles hochladen und übermitteln.

Muss ich bei einem Unfall die Polizei verständigen?

Wie so oft lautet die Antwort: Kommt drauf an. Wenn es sich um einen vergleichsweise harmlosen Blechschaden handelt, niemand bei dem Unfall verletzt wurde und sich alle Beteiligten über den Hergang einig sind, kann die Sache auch ohne Polizei geregelt werden. Sobald der Unfall aber gröbere Ausmasse annimmt (verletzte Personen, blockierte Strasse o.ä.), musst du die Polizei hinzuziehen. Auch wenn du merkst, dass Streitereien beim Ausfüllen des Unfallprotokolls zu eskalieren drohen, bietest du lieber noch die Polizei auf. Wichtig ist dabei, dass niemand den Unfallort verlassen darf, bis die Beamten eingetroffen sind.

Den Schaden der Versicherung melden – und trotzdem selbst bezahlen?

Richtig, es kann tatsächlich Sinn machen, den Unfall nur mal ‘vorsorglich‘ zu melden und anschliessend auf die Zahlung der Versicherung zu verzichten. Nämlich dann, wenn es sich um einen harmlosen Blechschaden an deinem eigenen Wagen handelt, von dem niemand sonst betroffen ist. Wenn du dies nun deiner Versicherung meldest, kann es sein, dass dein Selbstbehalt höher ist als die Reparatur des Schadens. Damit nicht genug: Wenn du das Bonus-Malus-System nutzt, riskierst du, dass du durch diese Schadenmeldung in eine höhere Prämienklasse rutschst. Dasselbe gilt auch für die Haftpflichtversicherung. Diese dient im Übrigen nicht nur dazu, Schäden an Dritten zu bezahlen, sondern auch ungerechtfertigte Forderungen von Dritten abzuwehren (ein Geschädigter hat das Recht, seine Forderung direkt bei der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers anzubringen). Es kann sich deshalb lohnen, kleinere Reparaturen selbst zu bezahlen. Beachte dabei aber: Das Übernehmen der Kosten gilt lediglich dann, wenn wirklich nur dein eigenes Auto beschädigt ist – sobald ein fremdes Auto einen Kratzer abbekommen hat, geht das natürlich nicht. Wenn du dann einfach wegfährst, wird dir das als Fahrerflucht ausgelegt. Und das ist nicht nur höchst unanständig, sondern auch strafbar, weswegen du hier unbedingt auf Nummer sicher gehen solltest.

Autounfälle sind stets eine unschöne Angelegenheit und bedeuten Stress für alle Beteiligten. Damit die Sache aber so reibungslos wie möglich geregelt werden kann, solltest du dich im Fall der Fälle an obigen Verhaltensregeln orientieren. Was du aber vorab schon mal tun kannst, ist deine Versicherung zu prüfen: Hier findest du zahlreiche Angebote von verschiedenen Versicherungsgesellschaften, so dass du dir zumindest um diesen Punkt keine Sorgen mehr zu machen brauchst.

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