Kreditlinie: Frau studiert Dokumente

Was ist eine Kreditlinie?

  • 22.07.2020
  • Ben M.
  • Lesedauer: 3 min.

Im Zusammenhang mit der Kreditvergabe geistert immer wieder der Begriff ‘Kreditlinie‘ herum. Aber was hat es damit eigentlich auf sich – und wo kommt sie zur Anwendung?

Der Privatkredit kennt keine Kreditlinie

Auf die Linie zu achten ist kein reines Sommerding: In Sachen Kredit sollte die Linie nämlich ganzjährig im Auge behalten werden. Das hat aber weniger mit ästhetischen Gründen zu tun, sondern liegt viel mehr daran, dass die Kreditlinie Auskunft darüber gibt, wie hoch deine Maximalverschuldung sein darf.

Zum Einsatz kommt die Kreditlinie vor allem bei sogenannten Dispokrediten und Lombardkrediten. Das liegt daran, dass diese beiden etwas anders funktionieren als die hier angebotenen Privatkredite.

Finde den optimalen Kredit

Hier kannst du mit ein paar wenigen Klicks zahlreiche Kredite vergleichen und dir das beste Angebot schnappen.

Zu den Angeboten

Aber sehen wir uns das im Detail an:

Privatkredit vs. Dispokredit

Beim Privatkredit gibt es keine Kreditlinie, da er vor allem für einmalige, grössere Investitionen wie beispielsweise der Erwerb eines Autos eingesetzt wird: Nehmen wir an, du findest auf AutoScout24 ein Gefährt, das dir gefällt – mit 30‘000 Franken ist es aber zu teuer, um es von deinem Ersparten zu bezahlen. Also beantragst du einen Privatkredit in Höhe dieser 30‘000, kaufst dir damit dein Traumauto und bezahlst den Kredit in gleichbleibenden Raten (inklusive Zinsen) über eine vertraglich festgelegte Dauer wieder zurück, bis diese Schulden komplett beglichen sind.

Der Dispokredit hingegen ist eher für kurzfristige, kleinere Rechnungen angedacht. Im Grunde genommen ist er nichts anderes als das Recht, dein Lohnkonto bis zu einer gewissen Maximalsumme zu überziehen – und diese Begrenzung wird Kreditlinie genannt.

So funktioniert der Dispokredit

Auch dazu ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Du hast 1‘000 Franken auf deinem Lohnkonto und musst nun eine Rechnung von 1‘200 Franken bezahlen. Das geht jedoch logischerweise nicht, da ja 200 Franken zu wenig auf deinem Konto sind. Also muss notgedrungen erstmal wieder eine Lohnzahlung eintreffen, damit du diese Überweisung ausführen kannst. Das Problem dabei: So lange kann das nicht warten. Und hier kommt der Dispokredit ins Spiel.

Du gehst zu deiner Bank und stellst einen Antrag für einen Dispokredit in der Höhe von beispielsweise 500 Franken. Sofern du grünes Licht erhältst, bedeutet das im Umkehrschluss, dass du von nun an befugt bist, dein Konto um 500 Franken zu überziehen (= Kreditlinie: 500). Das hat nun den Vorteil, dass du ohne weiteren Kreditantrag Rechnungen bezahlen kannst, die höher sind als dein Guthaben – solange du die ‘rote Kreditlinie nicht überschreitest‘, notabene.

Gewisse Kreditinstitute bieten eine Sonderform des Dispokredits an: Du beantragst ihn wie einen Privatkredit und definierst eine Laufzeit und eine Maximalsumme. Während dieser Zeitspanne kannst du jederzeit so viel beziehen, wie du gerade brauchst – und am Ende dieser Laufzeit zahlst du den Betrag, der zu diesem Zeitpunkt offen ist, in gleichbleibenden Raten zurück.

Ausserdem bezahlst du die Zinsen nur für die Summe, die du tatsächlich im Minus bist: In unserem Beispiel also nicht für 500 Franken, obwohl das deine Kreditlinie ist, sondern nur für 200, da du 1’000 Franken Guthaben hattest und dann eine Rechnung von 1‘200 beglichen hast (ergo 200 Franken im Minus). Des Weiteren kannst du deinen Dispokredit jederzeit zurückzahlen, also quasi das Minus wieder auffüllen, um Zinsen zu sparen.

Trotz dieser Vorteile ist der Dispokredit bei Privatpersonen nicht allzu weit verbreitet, sondern eher im Bereich der Geschäftskunden anzutreffen. Der Hauptgrund dafür ist sein Preis: Da die Bank meist über keine Kreditsicherheiten seitens der Kunden verfügt, verlangt sie einen hohen Risikozuschlag – was wiederum die Zinsen in die Höhe schnellen lässt. Der Dispokredit ist daher eine eher teure Lösung.