Hypothekarmodelle: Mama und Kind auf Terrasse

Drei Hypothekarmodelle für dein Eigenheim

  • 04.11.2019
  • Laura A.
  • Lesedauer: 5 min.

Festhypothek, Libor Hypothek, Variable Hypothek – welche ist die Richtige? Als ich ein Haus kaufen wollte, musste ich mich da auch erstmal reinfuchsen. Damit du es einfacher hast, habe ich für dich die wichtigsten Infos zu den drei Hypothekarmodellen gesammelt.

Zum Aufwärmen: Was ist eine Hypothek?

Gute Frage. Denn wenn du über eine Hypothek nachdenkst, sollten auch die Basics klar sein.
Eine Hypothek ist ein besonderer Kredit. Mithilfe einer Bank, Versicherung oder Pensionskasse finanzierst du damit den Kauf deiner neuen Wohnung oder deines Hauses. Dabei ist immer eine Wohnung oder ein Haus bzw. ein Grundstück die Sicherheit für die Bank.

Die Festhypothek

Die Festhypothek ist der Klassiker unter den Hypotheken, weil die meisten sich beim Hauskauf dafür entscheiden. Bei der Festhypothek fixierst du den Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Je nach Anbieter läuft der Vertrag zwischen einem Jahr und maximal 25 Jahren. Die meisten Banken bieten Produkte zwischen zwei und zehn Jahren an.

Hier gewinnt die Festhypothek

Auf jeden Fall bei den Zinsen. Denn auch wenn die Zinssätze steigen, bist du davon nicht betroffen. Du zahlst weiter den vereinbarten Zinssatz für deine Hypothek. So kannst du langfristig planen und das ist vor allem für junge Familien super. 

Hier verliert die Festhypothek

Wichtig zu wissen: Je länger die Laufzeit deiner Festhypothek, desto höher wird der Zinssatz. Das ist so, weil die Bank deine Zukunft nur schwer abschätzen kann und sich somit auf mehr Unsicherheiten einlassen muss. Ausserdem bist du bei einer langen Vertragslaufzeit weniger flexibel. Zum Beispiel, wenn du dein Haus oder deine Wohnung vor Vertragsende der Hypothek verkaufen willst. Einige Anbieter verlangen zudem hohe Gebühren, wenn du deine Festhypothek vorzeitig kündigen willst.

Finde hier noch mehr Informationen zur Festhypothek.

Die Libor Hypothek

Eine Libor Hypothek passt sich während ihrer Laufzeit an das allgemeine Zinsniveau an. Daher auch der Name «Libor». Dieser bedeutet ausgeschrieben “London Interbank Offered Rate” und entspricht dem Satz für Interbankkredite. Du zahlst also keinen festen Zinssatz. Allerdings legt deine Bank eine Zinsmarge für die gesamte Laufzeit fest. 

Hier gewinnt die Libor Hypothek

Wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt, zahlst du auch weniger Zinsen auf deine Hypothek. Mit der Libor Hypothek bist du ausserdem flexibel, denn der Vertrag läuft ein Jahr bis maximal fünf Jahre. Das ist praktisch, wenn du zum Beispiel deine Bank wechseln oder deine Liegenschaft verkaufen willst. Bei vielen Banken kannst du auch in eine Festhypothek wechseln – wenn du spontan auf Zinsänderungen reagieren willst oder sich deine Familienplanung ändert.

Hier verliert die Libor Hypothek

Ganz klar beim Zinsänderungsrisiko. Wenn das allgemeine Zinsniveau steigt, steigen die Zinsen für deine Hypothek. Je nachdem wie hoch dein Kredit ist, kann das ganz schön ins Geld gehen. Ausserdem schwierig: Für Libor Hypotheken gibt es nicht so viele Anbieter. 

Finde hier noch mehr Informationen zur Libor Hypothek.

Was ist eigentlich die Zinsmarge?

Sparst du Geld bei der Bank zahlt die Bank für diese Einlagen Zinsen. Gleichzeitig bekommt die Bank Zinsen, wenn sie einen Kredit vergibt. Die Differenz zwischen diesen Zinssätzen wird als Zinsmarge bezeichnet. Für die Bank ist diese Marge wichtiger als die absolute Höhe der Sätze. Bei einer Libor Hypothek wird eine Zinsmarge für die gesamte Laufzeit festgelegt.

Die Variable Hypothek

Mit einer Variablen Hypothek bist du doppelt flexibel: 

Einmal, wenn es um die Zinsen geht. Die sind nämlich nicht fix, sondern richten sich nach dem Zinsniveau – ähnlich wie bei der Libor Hypothek.  Allerdings zahlst du eine höhere Marge an die Bank als bei der Libor Hypothek. Das klingt erstmal negativ. Aber: Jetzt kommt das zweite mal Flexibilität hinzu: Mit der Variablen Hypothek bist du zusätzlich zu den Zinsen auch sehr flexibel, wenn es um Kündigungsfristen und Mindestbeträge geht. 

Hier gewinnt die Variable Hypothek

Bei der Kündigungsfrist, denn die beträgt je nach Bank zwischen drei und sechs Monate. Damit bist du viel flexibler als mit einer Libor Hypothek oder einer Festhypothek und kannst schnell auf Veränderungen in deinem Leben reagieren. Ausserdem sind die Mindestbeträge kleiner als bei anderen Hypotheken.

Hier verliert die Variable Hypothek

Wichtig zu wissen: Im aktuellen Zinsumfeld lohnt sich die Variable Hypothek nicht. Denn mit rund 2,5 % bezahlst du mehr Zinsen als für die anderen Hypotheken. Schwierig ist auch die intransparente Zinsgestaltung, weil sie sich nicht – wie bei der Libor Hypothek – an einem öffentlichen Satz orientiert.

Finde hier noch mehr Informationen zur Variablen Hypothek

Hypotheken kombinieren

Du kannst auch verschiedene Hypotheken abschliessen: Zum Beispiel mehrere Tranchen von Festhypotheken mit unterschiedlicher Laufzeit oder eine Festhypothek kombiniert mit einer Libor Hypothek. 

Was du davon hast? Man nennt das “Zinsglättung”: Bei einer Vertragsverlängerung ist dann nicht deine gesamte Schuld von der Zinsänderung betroffen, sondern nur ein Bruchteil. 

Wenn du Hypotheken kombinieren willst, musst du dich allerdings langfristig an einen Finanzierungspartner binden. Wenn zum Beispiel deine Libor Hypothek vor der Festhypothek ausläuft, wird damit zwar ein Teil deiner Sicherheiten “frei”. Trotzdem kannst du diesen freien Teil nicht einfach bei einer anderen, günstigeren Bank neu beleihen. Denn der Schuldbrief muss als Sicherheit für die zweite Hypothek bei deiner bestehenden Bank bleiben. Eine Ablösung der Teilhypothek kriegst du nur mit einem Splitting des Schuldbriefes hin – und das ist mit viel Aufwand und Kosten verbunden

Wow, erstmal durchatmen. Hypotheken sind kein einfaches Thema. Die wichtigsten Infos der Hypothekarmodelle kennst du jetzt – aber mein Tipp ist: Mehr lesen und informieren bringt dir mehr Sicherheit. Irgendwann macht es Klick und dir ist klar, was die richtige Hypothek für deinen Hauskauf ist. So war es bei mir auch. Übrigens: Mit dem Hypothekenrechner kannst du deine finanzielle Lage besser einschätzen. Damit findest du einfacher die richtige Hypothek für dich. Wenn du Hilfe bei der Wahl des  richtigen Finanzierungspartner für dich brauchst oder Fragen zum geeigneten Hypothekarmodell hast, melde dich gerne bei uns.