Versicherung Oldtimer - Familie fährt in Oldtimer

Welche Autoversicherung für einen Oldtimer?

  • 04.06.2020
  • Amelia L.
  • Lesedauer: 3 min.

Früher war alles besser? Die Autos auf jeden Fall – zumindest nach Ansicht von Oldtimer-Fans, die auf jahrzehntealte Auto-Handwerkskunst schwören. Ihre Beziehung zu ihrem Fahrzeug reicht weit über den reinen Transportzweck hinaus. Verständlich also, dass sie es auch mit der besten Versicherung schützen möchten.

Die spezielle Versicherung für Oldtimer

Ein Oldtimer ist nicht einfach irgendein Auto, das dich lediglich von A nach B bringen soll – dafür gibt es zweifelsohne günstigere und effizientere Modelle. Nein, dein Oldtimer hat natürlich vor allem einen sentimentalen Wert. Aus diesem Grund willst du ihn auch bestmöglich schützen.

Um dir das zu ermöglichen, bieten einige Versicherungsgesellschaften spezielle Oldtimer-Versicherungen an. Die gute Nachricht dabei zuerst: Diese beinhalten ebenfalls die obligatorische Haftpflichtversicherung sowie eine freiwilligen Teil- oder Vollkasko-Versicherung, sind aber oft günstiger als ‘normale‘ Autoversicherungen. Zusätzlich sind (je nach Anbieter) auch Transportschäden abgedeckt, wenn dein Schmuckstück von weit entfernt angeliefert werden muss. Auch eine kostenlose Bewertung des Fahrzeugs oder die Versicherung von Ersatz- und Einzelteilen ist teilweise inbegriffen.

Wichtig ist aber: Damit du von der günstigeren Oldtimer-Versicherung profitieren kannst, muss dieser auch offiziell als solcher anerkannt werden.

Das Wort ‘Oldtimer‘ steht nur auf Deutsch für ein altes Auto: Im englischsprachigen Raum wird dieser Begriff umgangssprachlich für eine alte Person verwendet. Vorsicht also bei der Frage ‘how is your Oldtimer?‘ – könnte zu Missverständnissen führen. Besser, du sprichst von einem ‘Vintage Car‘ oder ‘Classic Car‘, wenn du dich dort nach einem entsprechenden Auto erkundigen möchtest. ;-)

Wann ist ein Oldtimer ein Oldtimer?

Wie aber muss denn nun der Lebenslauf eines Autos aussehen, damit er offiziell zum Oldtimer wird? «Ein Wagen wird 20 Jahre nach seiner Herstellung und Inverkehrsetzung als sogenannter ‘Youngtimer‘ bezeichnet», erklärt Nicole Riedo, Mediensprecherin von AutoScout24, «weitere 10 Jahre später kann er sozusagen zu seinem 30. Geburtstag in den Kreis der Oldtimer erhoben werden.»

Die 40-jährige Karre in meiner Garage ist also keine wertlose Rostmühle, sondern ein altehrwürdiger Oldtimer? Klasse! «Nein, ganz so einfach ist es nicht», bremst die Expertin die Euphorie, «damit ein Wagen offiziell als Oldtimer anerkannt ist, braucht man den Eintrag ‘Veteranenfahrzeug‘ im Fahrzeugausweis. Dieser erfolgt jedoch nicht automatisch und wird nur dann vergeben, wenn es sich dabei um einen ‘Gegenstand zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes‘ handelt, wie es so schön heisst.» 

Das bedeutet: Neben der magischen Grenze von 30 Jahren muss dein Auto auch optisch und technisch in einem einwandfreien Zustand sein. Gerade beim Innenleben ist aber Vorsicht geboten, da auch die Originalität eine grosse Rolle spielt – wenn laufend moderne Ersatzteile eingebaut wurden, droht die Verweigerung des Oldtimer-Status.

Des Weiteren darf der Wagen nur zu privaten Zwecken und maximal etwa 3‘000 Kilometer pro Jahr genutzt werden.

Unabhängig davon, ob du ihn dir neu kaufst oder seit Ewigkeiten besitzt: Sofern dein Wagen all diese Kriterien erfüllt, kannst du ihn offiziell zum Oldtimer küren lassen. Und gerade dann, wenn dich dein fahrbarer Untersatz über drei Jahrzehnte treu begleitet hat, ist das doch ein echter Ritterschlag!