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So wählst du die richtige Kreditrate für deinen Kredit

  • 04.11.2019
  • Ben M.
  • Lesedauer: 4 min.

Die Kreditrate ist neben der Kreditsumme die wichtigste Zahl in deinem Kreditvertrag. Ich verrate dir, was sich hinter dem Begriff verbirgt, wie Banken die Kreditrate berechnen und gebe dir drei Tipps, wie du die richtige Kreditrate für dein Budget findest. Ready?

Super, dann kanns ja losgehen! Zum Anfang nochmal ganz kurz zusammengefasst:

Die Kreditrate oder Monatsrate ist die Summe, die du monatlich an die Bank zurückzahlst. Und zwar so lange, bis dein Kredit vollständig getilgt, also abbezahlt ist. Die Rate wird im Kreditvertrag festgelegt. Sie setzt sich aus einem Teil des geliehenen Betrags und den anfallenden Zinsen zusammen.

Den Zinssatz des Kredits kannst du dir natürlich nicht selbst aussuchen. Die Banken legen diesen je nach Kreditsumme und entsprechend deiner Bonität fest. Schliesslich trägt die Bank das Risiko, falls das Geld nicht zurückbezahlt wird. So, und jetzt kann’s wirklich losgehen.

Kreditrate berechnen: so geht’s

Für die Berechnung der Kreditrate brauchst du den Zinssatz, Kreditbetrag und die Laufzeit deines Kreditvertrags.

Hier ein Beispiel:

Wie wäre es mit einem neuen Auto? Familientauglich, Platz für die Bikes, gebraucht, aber gut in Schuss. Zufällig verkauft dein Nachbar so einen Kombi. Das Auto ist wie neu und der Nachbar gut im Verhandeln. Du brauchst also mehr Geld als auf deinem Konto ist. Ein Kredit über 15'000 Franken soll her.

Mit deiner Bank hast du Folgendes vereinbart:

  • Kreditbetrag: CHF 15'000.00
  • Laufzeit: 30 Monate
  • effektiver Zinssatz: 6 %

Was ist der effektive Zinssatz?

Bei einem Kredit kaufst du quasi Geld bei der Bank. Mit den Zinsen bezahlst die Bank also dafür, dass sie dir Geld leiht. Im effektiven Zinssatz sind Bearbeitungsgebühren und sonstige Bankgebühren schon berücksichtigt. Der effektive Zins in Prozent berücksichtigt also alle Kosten, die du für deinen Kredit bezahlen musst.

Um die Kreditrate im obigen Beispiel zu berechnen, müssen wir zuerst die folgenden Werte kennen: 

  • Kreditbetrag: CHF 15'000.00
  • Zinsen total: CHF 1'158.26 (bei einer Laufzeit von 30 Monaten)
  • Kreditbetrag inkl. Zinsen: CHF 16'158.26

Wenn man den Kreditbetrag inkl. Zinsen durch 30 Monate teilt, ergibt das eine Kreditrate von 538.61 Franken.

Die gesamten Zinsen werden mit einer komplizierten Formel berechnet. Denn darin ist unter anderem auch die Laufzeit deines Kredites berücksichtigt. Das macht Sinn: Für die Bank ist es nämlich ein Unterschied, ob sie dir das Geld acht Monate oder zwei Jahre ausleiht. Je länger die Laufzeit, desto teurer wird der Kredit also. Das heisst für dich: Wenn du dich für eine kürzere Laufzeit entscheidest, erhöht sich zwar die monatliche Rate, die gesamten Kreditkosten inkl. Zinsen sinken allerdings. 

Hier das Beispiel von oben mit anderen Laufzeiten:

Laufzeit

30 Monate

25 Monate

12 Monate

Zinsen gesamt

CHF 1'158.26

CHF 967.60

CHF 478.81

Kreditkosten gesamt

CHF 16'158.26

CHF 15'967.50

CHF 15'967.50

monatliche Kreditrate

CHF 538.61

CHF 638.70

CHF 1'289.90

So, jetzt weisst du, wie eine Kreditrate berechnet wird. Aber: Wie wählst du die richtige Kreditrate für deine Situation? Hier kommen meine drei Tipps, um deine Kreditraten-Höhe zu bestimmen:

Tipp 1: Im Zweifel längere Laufzeit und niedrigere Kreditrate wählen

Wenn du wissen willst, welche Kreditrate für dich am besten ist, solltest du in einem Haushaltsplan eure Einnahmen mit den Ausgaben vergleichen. Rechne vorsichtshalber noch einen Pufferbetrag zu den Ausgaben dazu.

Wie meine Rechnung oben zeigt, gilt generell: Je schneller du den Kredit zurückzahlst, desto günstiger kommst du insgesamt davon. Allerdings steigen so auch die monatlichen Kreditraten. Deshalb solltest du unbedingt darauf achten, dass du die Monatsrate auch zahlen kannst, wenn unerwartete Ausgaben dazukommen – zum Beispiel die Reparatur einer kaputten Waschmaschine oder eine Zahnarztrechnung. Wähle daher im Zweifelsfall lieber eine längere Laufzeit mit niedrigeren Raten. Mehr einzahlen kannst du immer.

Mit einer verspäteten Zahlung riskierst du nämlich einen Eintrag bei der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK).  Mit so einer Eintragung verschlechtert sich deine Kreditwürdigkeit. Möchtest du dann zukünftig einen Kredit aufnehmen, kann das zum echten Problem bzw. Kostenfalle werden.

Tipp 2: Kreditrechner nutzen

Die verschiedenen Banken bieten unterschiedliche Laufzeiten, Zinsen und Kreditbeträge an. Damit du das beste Angebot bekommst, solltest du also unbedingt verschiedene Offerten vergleichen. Ich würde dir allerdings empfehlen, Kreditangebote nicht direkt bei den Banken einzuholen, da die ZEK alle Anträge und Ablehnungen registriert. Mit Kreditrechnern kannst du einen Marktvergleich durchführen – das führt zu keiner Eintragung bei der ZEK. Berechne doch dein persönliches Kreditangebot gleich hier. Dazu musst du einige persönliche Daten angeben – wie zum Beispiel deinen Wohnort oder deine Ein- und Ausgabensituation. Mit diesen Angaben berechnen wir dein persönliches Budget und zeigen dir, welche Bank dir welches Angebot macht.

Tipp 3: Kreditrate flexibel erhöhen oder senken

In der Schweiz schreibt das Konsumkreditgesetz vor, dass du jederzeit mehr als die ursprünglich vereinbarte Kreditrate zurückzahlen kannst. Hast du also zum Beispiel durch eine Lohnerhöhung oder Erbschaft mehr Geld zur Verfügung als gedacht, macht es Sinn, auch höhere Kreditraten zu bezahlen. Dadurch sparst du nämlich Zinsen.

Und falls du während der Kreditlaufzeit doch plötzlich in einen finanziellen Engpass kommst, kann die Erhöhung deines Kredites  oder eine Verlängerung der Laufzeit geprüft werden. Meisten lassen sich die Banken aber nur dann darauf ein, wenn du schon eine gewisse Anzahl an Raten zuverlässig bezahlt hast. Dazu beantragst du einen neuen Kredit. Deine Kreditanfrage wird dann, wie beim ersten Mal, geprüft und du hast die Möglichkeit, dich für eine neue Laufzeit sowie für eine neue Kreditrate zu entscheiden. Vielleicht gibt es den neuen Kredit sogar zu niedrigeren Zinsen.

Wow, das mit dem Kredit ist gar nicht so einfach. Als ich mal wegen einer Zahnarztrechnung einen Kredit aufnehmen musste, hatte ich dabei echt ein mulmiges Gefühl. Deshalb habe ich mit dem Kredit eine sogenannte Ratenversicherung abgeschlossen. So eine Versicherung springt ein, wenn man den Kredit unverschuldet nicht mehr bezahlen kann –   z.B. wegen Kündigung oder Krankheit. Ich hab sie damals nicht gebraucht, aber drüber nachdenken lohnt sich.

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