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Paar mit Sparschwein

So kannst du die 3. Säule für Wohneigentum nutzen

  • 11.04.2022
  • Laura A.
  • Lesedauer: 3 min.

Geld aus der Säule 3a zur Finanzierung von Wohneigentum zu nutzen, kommt häufig vor. Die finanziellen Konsequenzen hängen unter anderem davon ab, ob das Geld aus der Säule 3a vorbezogen oder verpfändet wird: Beides bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

Was ist ein 3a-Konto?

Sehen wir uns einleitend zuerst an, was die Säule 3a eigentlich ist. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um ein freiwilliges Instrument der privaten Altersvorsorge. Alle Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Schweiz können ein solches Konto bei einer Bank oder Versicherung eröffnen und jedes Jahr darauf einzahlen – wie viel du jeweils darauf transferierst, ist (abgesehen von einem gesetzlich festgelegten Limit) gänzlich dir überlassen.

Das ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen kannst du den Betrag, den du darauf einzahlst, von der Einkommenssteuer abziehen. Das tun wir natürlich alle mit Wonne, also gleich immer das Maximum überweisen, oder?

Jein. Wenn du ausreichend Erspartes hast, ist es sicherlich eine erstrebenswerte Idee, mit einer 3a-Einzahlung Steuern zu sparen. Aber die Sache hat einen Haken: Das Säule 3a-Konto ist ein Sperrkonto. Ist das Geld einmal dort, darfst du es nur noch in Ausnahmefällen beziehen, da es ja für die Altersvorsorge ist und somit auch erst im Rentenalter zu deiner freien Verfügung steht (und ein ‘ich bin aber gerade pleite‘ reicht da nicht).

Mit anderen Worten musst du dir wirklich sicher sein, dass du das Geld, das du auf dein 3a-Konto überweist, nicht plötzlich brauchst.

Neben der Aufbesserung der Rente darfst du nur noch in diesen Fällen an dein 3a-Guthaben ran:

  • Einkauf in eine Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule
  • Wenn du eine ganze Invalidenrente der eidgenössischen Invalidenversicherung beziehst und das Invaliditätsrisiko nicht versichert ist
  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  • Wenn du die Schweiz endgültig verlässt
  • Erwerb von Wohneigentum zum Eigenbedarf oder Rückzahlung von Hypothekardarlehen

Und uns interessiert hier natürlich vor allem der letzte Punkt: Die Wohneigentumsförderung.

Säule 3a beim Hauskauf: Vorbezug oder Verpfändung?

Für die Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum darfst du das Geld auf dem 3a-Konto also bereits vor der Pensionierung verwenden. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob du das Objekt selber baust oder schlüsselfertig kaufst. Auch Anteilsscheine an Wohnbaugenossenschaften sind über Geld aus der Säule 3a finanzierbar.

Wenn du dich dazu entscheidest, dein selbstbewohntes Eigenheim mit Geld aus der Säule 3a zu finanzieren, hast du zwei Möglichkeiten:

  • Vorbezug von Kapital aus der Säule 3a
  • Verpfändung von Kapital aus der Säule 3a

Aber was ist sinnvoller?

Vorbezug Säule 3a für Wohneigentum: Vor- und Nachteile

Bei einem Vorbezug wird vor der Pensionierung eine gewisse Summe vom Säule 3a-Konto abgehoben. Wie bereits erwähnt, ist der Zweck dieses Geldes daran gebunden, dein selbstbewohntes Wohneigentum zu finanzieren.

Vorteil:

Der Vorbezug erhöht das Eigenkapital, das du zum Erwerb von Wohneigentum einbringst. Wer mehr Eigenkapital bringt, zahlt weniger Hypothekarzinsen, da die Hypothek dann geringer ist.

Nachteil:

Je mehr Geld man vorbezieht, desto kleiner wird logischerweise die Aufbesserung der Altersrente. Ausserdem resultiert das in geringeren Steuerabzügen, da die Schuldzinsen (wegen mehr Eigenkapital) tiefer sind.

Verpfändung Säule 3a für Wohneigentum: Vor- und Nachteile

Das Geld aus der Säule 3a wird zugunsten einer Hypothek verpfändet und dient dann als Sicherheit für das Hypothekarinstitut. Dadurch erhältst du tendenziell eine höhere Hypothek und/oder einen tieferen Hypothekarzinssatz.

Vorteil:

Das Geld bleibt auf dem Konto und kann weiterhin Zinsen abwerfen. So wird die Altersrente nicht geschmälert, sondern sogar erhöht.

Nachteil:

Wenn du zu optimistisch kalkulierst und die Hypothekarzinsen nicht mehr bezahlen kannst, musst du damit rechnen, dass das Hypothekarinstitut von seinem Recht Gebrauch macht und das Geld auf deinem 3a-Konto pfändet – womit es für dich futsch ist.